Weitere astrologische Größen
Zwar finden sich im weltweiten Internet genügend Erklärungen für astrologische Begriffe, jedoch ist es zum einen nützlich, diese auch unter derselben Webseite zur Verfügung zu haben, zum anderen können so auch leicht abweichende Auffassungen der einzelnen Begriffe gleich beschrieben werden, sodass ein abgerundetes Verständnis entstehen kann.
Berechnungen
Aszendent AC
Der Aszendent beschreibt das Sternzeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt genau im Osten stand.
Der Aszendent zeigt unsere ganz besonderen Talente, Gaben, die wir allerdings zu üben haben, so wie wir zum Beispiel ein Instrument spielen können, aber üben müssen, um wirklich gekonnt damit umzugehen. Wenn wir nicht wissen, weshalb es uns nicht gut geht, dann kann es auch daran liegen, dass wir diese Gaben vernachlässigen.
Deszendent DC
Genau gegenüber dem Aszendenten steht der Deszendent. Er verkörpert unser inneres Bild von Beziehung (vor allem auch zum Partner). Häufig treffen wir auf solche Menschentypen und setzen uns mit ihnen auseinander, bzw. projizieren auch unser Idealbild auf sie.
Da der Deszendent DC immer im gegenüberliegenden Sternzeichen des Aszendenten liegt, entspricht er den Eigenschaften, die uns zunächst einmal fehlen. Wenn wir diese Qualitäten in uns zulassen bzw. entwickeln, so haben wir schon einen Teil des inneren Defizits erlöst, das uns danach drängt, die uns fehlenden Eigenschaften in Beziehungen zu suchen.
Himmelstiefe IC (Imum Coeli)
Immum Coeli oder IC, so heißt der tiefste Punkt im Horoskop, in der dunkelsten Nacht am Tag der Geburt. Dort verbirgt sich vieles, was in der Kindheit gelebt wurde. Wenn wir dies für uns gut verarbeitet haben, finden wir in dieser Qualität meist auch eine Art seelische Nahrung, möglicherweise auch den Zugang zu unserem inneren Kind.
Himmelsmitte MC (Medium coeli)
Der MC ist dort, wo der Zenit im Horoskop liegt und unser Leben seine Bestimmung finden kann. Dort können alle Talente des Aszendenten sowie Erfahrungen mit Beziehungen und in der verarbeiteten Kindheit mit eingebracht werden.
Mondknotenachse / Drachenachse
Die Mondknotenachse ist eine wichtige Größe für eine Seele, nämlich der Weg, den sie sich vorgenommen hat, in diesem Leben zu gehen. Dadurch dass die Mondknotenachse immer entgegengesetzte, aber ergänzende Zeichen aufweist, eröffnet sich uns im Erfahren dieses Weges die ganze Palette dieses Themenbereiches.
Der südliche (absteigende) Mondknoten repräsentiert dabei ein Themenfeld, in denen sich die Seele in vielen Inkarnationen aufgehalten hat, das sie kennt, aber in dem sich auch einiges an Ballast angesammelt hat. Im jetzigen Leben geht es darum, diesen Bereich, aufzuarbeiten, jedoch ohne sich dort zu verlieren.
Vielmehr gilt es, die Schritte zum Komplementären, also zum nördlichen Knoten, zu lenken. Denn nur damit gelingt es einer Seele, ihren Seelenweg zu gehen.
Lilith
Lilith, der 'schwarze Mond', ist kein Himmelskörper, sondern ein berechneter Punkt der Mondbahn (genau gesagt der zweite Brennpunkt der elliptischen Mondumlaufbahn um die Erde).
Lilith spiegelt uns immer wieder, wie wir eigentlich gemeint sind und macht damit unsere „dunklen Seiten“ erkennbar. So löst Lilith häufig große Ängste aus, denn in unserem Unbewussten lauern viele Dinge, die wir nicht gerne anschauen möchten.
Wenn wir allerdings die gezeigten Schatten für uns bearbeiten, finden wir immer mehr zu der ursprünglichen Kraft unserer Seele zurück.
Häuser
Häuser im Horoskop bezeichnen bestimmte Themen und Erfahrungsbereiche unseres Lebens, sie beginnen mit dem Haus der Persönlichkeit.
Haus 1: Persönlichkeit – Ich bin (AC)
Der Aszendent (AC), mit dem das erste Haus beginnt, zeigt uns unsere speziellen Gaben, die wir aber wie ein Instrument üben müssen, um sie irgendwann einmal virtuos 'spielen' zu können.
Haus 2: Besitz und Umgang mit Materie - Ich habe
Das zweite Haus steht für unsere Beziehung zur Materie, nicht nur zu Geld, Besitz und Sicherheiten, sondern auch für unsere Beziehung zur Erde, zum Körper, zum Körperlichen und den Genuss all dessen.
Haus 3: Kommunikation und Verstand – Ich tausche mich aus
In diesem Bereich sind unser Verstand und die Kommunikation angesiedelt. Dazu gehören Themen wie Sprechen, logisches Denken, Neugierde, Austausch und Bildung.
Haus 4: Herkunft und Familie (IC)
Das vierte Haus steht in der Astrologie für Herkunft und Familie. Dabei spielen Elternhaus, Verhältnisse in der Kindheit und Jugend, auch das Gefühl einer Heimat eine Rolle. Hier haben wir auch Zugang zu unseren Wurzeln und zu einem Rückzug ins Innere.
Zu Beginn des vierten Hauses befindet sich die Himmelstiefe im Horoskop (Immum coeli).
Haus 5: Selbstausdruck und Kreativität
Manchmal wird dieses Haus ein wenig missverstanden als „Freizeit und Hobby“-Bereich, aber sowohl unser Selbstausdruck als auch unsere Kreativität sind sehr bedeutsam für unsere Entwicklung. Genauso sind unsere Interessen hier angesiedelt.
Haus 6: Beruf und Alltag
Mit dem Beruf gilt es, ein materielles Fundament für uns zu schaffen. Ideal ist es natürlich, wenn wir hier die Kreativität, die Interessen und den Selbstausdruck des 5. Hauses einsetzen können, was allerdings in der aktuellen Arbeitswelt nicht sehr einfach ist.
Haus 7: Beziehung und Partnerschaft (DC)
In diesem Haus findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Du statt: Beziehungen im Allgemeinen, Freundschaften, Partnerschaften, das soziale Umfeld...
Zu Beginn des siebten Hauses steht der Deszendent DC, das Gegenstück zum Aszendenten.
Haus 8: Grenzerfahrungen
Im achten Haus kommen wir zu einem Bereich, der uns an die Grenzen bringt, an die Grenzen der Existenz, an die Grenze des Materiellen, evtl. sogar an die Grenzen des Selbst. Dabei werden wir mit Tod und Vergänglichkeit, Krankheit, Trauer, Krisen oder Verlust konfrontiert.
Aber auch hier können wir hinter die Fassade blicken und uns als ewige Seele, als Teil eines unendlichen Seins erkennen.
Haus 9: Wachstum, Expansion des Horizontes
In diesem Haus machen wir uns auf den Weg in eine Erweiterung, in geistiges Wachstum und Expansion des Bewusstseins, indem wir uns unbekannten Erfahrungen und einer Sinnsuche aussetzen – beispielsweise auf großen Reisen.
Diese gesammelten Erfahrungen möchten dann tief in uns verarbeitet werden zu unserer Weltanschauung und inneren Überzeugung.
Haus 10: Bestimmung und Manifestation (MC)
Das zehnte Haus ermöglicht uns, das, was wir im Leben für uns angesammelt haben, nach außen zu bringen und unsere Bestimmung zu leben. Hier können wir uns mit unserem Wesenskern, mit unseren Talenten, mit dem inneren Kind und dem, was wir aus unseren Beziehungen gelernt haben, verwirklichen.
Nicht umsonst ist also die Himmelsmitte, der MC (siehe oben) eine wichtige Größe im Horoskop, bei dem wir aufgefordert sind, unser Licht erwachsen und verantwortlich in der Gesellschaft strahlen zu lassen.
Haus 11: Visionen und Gleichgesinnte
In diesem Haus ist die Himmelsmitte, unser Zenit schon etwas überschritten. Es ist der Bereich, in dem wir uns fragen: „Wie geht es weiter?“
Visionen von einer zukünftigen Entwicklung werden hier geschmiedet und dies zieht natürlich auch Gleichgesinnte an.
Haus 12: Verbundenheit, Transzendenz
Das letzte Haus im Tierkreis, das zwölfte Haus, beschreibt die Fähigkeit eines Menschen, in der Verbundenheit aufzugehen, sich eins zu fühlen, mit dem, was ihn umgibt.
Meist weisen Gestirne im zwölften Haus auch darauf hin, was die Seele besonders an diesem Gefühl des Einsseins hindert. Diese Gestirne sind generell nicht aktiviert, d.h., wir können nicht ohne Weiteres auf ihre Qualitäten zugreifen.
Geburts-Horoskop
Ein Horoskop ist eine komplexe Sache, die die Geburtsstunde und den Geburtstag eines Wesens anhand des Standes der Gestirne interpretiert2. Aufgrund dieses Standes von Sonne, Mond und Planeten etc. können Deutungen gemacht werden über die Fähigkeiten und Qualitäten, die ein Mensch mit sich bringt, aber auch über die Herausforderungen, die sich in diesem Leben abzeichnen. Denn in dem Moment, in dem wir den ersten Atem schöpfen, scheinen sich diese Informationen wie eine Matrix in uns einzuprägen und fortan unser Leben mit zu formen. Damit wird diese Matrix zu einer Art Seelenplan, den wir mitbekommen haben und den wir anhand eines Geburtshoroskops auch immer wieder zu neuen Situationen konsultieren können.
Viele Faktoren spielen eine Rolle dabei: der Stand der Gestirne, also Sonne, Mond und Planeten, aber auch berechnete Punkte. Diese einzelnen Kriterien gehen in Dialog miteinander, indem sie sich gegenseitig fördern oder auch durch Spannungen herausfordern. In der Astrologie spricht man von „Aspekten“, also von Oppositionen, Konjunktionen, Quadraten etc.
All diese Elemente werden also in einem Geburtshoroskop aufgeführt, indem die Gestirne und deren Verbindungen im Tierkreis dargestellt werden. Zudem teilen Astrologen diesen sogenannten Radix (lat. Wurzel, Ursprung) auch ein in Bereiche, die Auskunft darüber geben, wie die Persönlichkeit beschaffen ist, wie sich der Umgang gestaltet mit den Dingen, die der Mensch besitzt, was in seinem Berufsleben zu beachten ist und wie er am besten seine Bestimmung leben kann etc. Diese einzelnen Bereiche werden Häuser genannt, die ihren Ausgang vom Aszendenten (AC) nehmen, dem Sternzeichen, das zum Zeitpunkt unserer Geburt am östlichen Horizont stand.
Ein Bühnenstück mit Gestirnen als Akteure
Astrologisch kann man sich Planeten und Gestirne (denn Sonne und Mond sind ja keine Planeten) vorstellen wie Akteure in einem Schauspiel, wobei die Häuser des Horoskops die einzelnen Akte bilden, die diese Darsteller vor dem Bühnenbild des jeweiligen Sternenraums (Sternzeichens) aufführen. Die Akteure zeigen also wie in einem Bühnenstück Beziehungen, gehen in Dialog und fordern zu Reaktionen auf.
Dabei sind Gestirne wahre Meister eines bestimmten Fachbereichs und stellen uns somit tiefgründiges Fachwissen zur Verfügung. So weist beispielsweise der Planet Mars das ganze Erfahrungsspektrum zum Thema Lebenskraft, Yang-Kraft und Handeln auf. Diese Qualität können wir missachten, unterdrücken oder auch ganz verneinen, denn wir sind ja Wesen, die mit einem freien Willen ausgestattet sind. Wir können diese Yang-Kräfte allerdings auch mit Gewalt und Aggression ausufern und unkontrollierbar werden lassen. Wenn wir uns hingegen mit unserem freien Willen dafür entscheiden, dann kann Mars, auf dem sämtliche Erfahrungen des unerlösten und erlösten Umgangs eingespeichert sind, uns dabei helfen, einen offenen entspannten und demnach erlösten Zugang zu seinen Qualitäten zu finden.
Wenn Mars nun als dieser Meister in einem Horoskop auftritt, beispielsweise im Bühnenbild des Schützen, dann orientiert sich die Yang-Kraft des Mars also in ein größeres Umfeld hinein und erhält noch weitere feurige Kraft durch den Schützen. Dabei kann Mars in Dialog mit anderen Gestirnen treten, womöglich mit Saturn, der beispielsweise eine Opposition zu Mars bildet und möchte, dass alles vor dem Nach-Außen-Gehen auch geprüft wird. Und wenn der betroffene Mensch das nicht tut, kann es zum Ausufern in seinen Handlungen führen oder aber der Betroffene fühlt sich unwohl, weil er die Botschaft seines Saturns übergangen hat.
Dieses Bühnenstück ist also etwas, das in unserem Inneren stattfindet, mit unseren inneren Anteilen, bestimmt durch die Matrix, die wir bei unserer Geburt empfangen haben. Wenn alle diese Akteure, alle Anteile in uns, in ihrer Kraft sind, dann sind wir selbst in unserer Kraft.
Unglücksplaneten?
In vielen Zweigen der Astrologie werden Planeten wie Mars und Saturn vorwiegend als Unglücksplaneten gesehen. Natürlich bringen sie häufig starke Herausforderungen mit sich, doch auch alle anderen Gestirne lassen ihre ganz spezifischen Problematiken erkennen. Vielleicht lässt es sich so sagen, dass sich die Herausforderungen von Mars und Saturn deutlicher in der Gesellschaft zeigen und mehr von außen an uns herangetragen werden als beispielsweise eine Problemstellung der Venus, die dennoch in unserem Inneren sehr konfliktreich sein kann. Wie schon erwähnt, stellen uns Gestirne als Meister ihres Fachbereichs die ganze Bandbreite eines unerlösten, wie auch eines erlösten Umgangs mit ihren Qualitäten zur Verfügung. Krisen, Kriege und Unglücke, die man diesen Planeten früher zuschrieb, entstehen im Grunde nicht durch sie, sondern durch unsere unerlösten menschlichen Reaktionen auf eine angespannte Grundenergie, die eigentlich eine ganze Gesellschaft auffordert, besonnen mit schwierigen herrschenden Bedingungen umzugehen.
Auch im persönlichen Bereich gilt es für uns in der heutigen Zeit zu verstehen, dass wir zwar eingebunden in große gesellschaftliche Veränderungen sind, aber dem nicht als arme Opfer gegenüberstehen müssen, vielmehr dass es an uns ist, unser Bestes aus den Herausforderungen zu machen, denen wir ausgesetzt sind. Gesellschaftlich wie auch persönlich stellen derartige Schwierigkeiten immer Prüfsteine dar, an denen unser Bewusstsein wachsen kann.
Rückläufigkeit
Planeten können 'rückläufig sein', d.h. von der Erde aus betrachtet, scheinen sie sich auf ihrer Bahn nicht weiter zu bewegen, sondern still zu stehen, bzw. sich zurück zu bewegen. Das folgende Bild zeigt den Verlauf der Rückläufigkeit von Mars im Jahr 2003 anhand einer Überlagerung von Bildern.
Die Astrologie vertritt die Ansicht, dass wir die Qualitäten eines aktuell rückläufigen Planeten nur recht schwer im Außen einsetzen können, sodass wir in dem entsprechenden Bereich, den er repräsentiert, kaum im Vorwärtsgang weiter kommen, sondern uns vielmehr 'ausgebremst' fühlen. Es heißt also, langsam zu machen und mehr darauf zu hören, was es in unserem Inneren für uns zu entdecken gibt.
Rückläufigkeit in einem Geburtshoroskop bedeutet, dass uns die Qualitäten des jeweiligen Planeten nicht zur Gänze zur Verfügung stehen, bzw. wahrscheinlich erst richtig in der zweiten Lebenshälfte. Dann ist es allerdings auch gut möglich, dass wir mit einem Mal über diese Fähigkeiten in einem überraschenden Ausmaß verfügen.

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