Eine authentische Astrologie 
 

Pluto im Steinbock


Ein sehr langsames Gestirn

Pluto ist in der ersten Märzhälfte 2020, als wir in den Sog der aktuellen Krise gerieten, in den Steinbock eingetreten. Danach wanderte er in der Sommer-Jahreshälfte, bedingt durch seine Rückläufigkeit, wieder zurück in den Schützen. Auch dieses Jahr wird er vom 27.04.2021 06.10.2021 rückläufig und stattet auch noch einmal dem Schützen einen sehr kurzen Besuch ab. Dann allerdings bleibt er ganz im Steinbock, bevor er 2040 weiter in den Wassermann wechselt.


Zerstörer und Erschaffer

Der Tierkreis spiegelt den evolutionären Zyklus des Lebens, in dem sich die Seele wie auf einer spiralförmigen Treppe immer mehr in ein erweitertes Bewusstsein entwickelt. Die Planeten, als archetypische Kräfte, helfen uns auf unserem Seelenweg, indem sie uns manchmal herausfordern und manchmal wohlwollend unterstützen. Pluto selbst steht für die evolutionäre Kraft, die das Unechte und damit Instabile ans Licht bringt und immer das zerstört, was nicht wahrhaftig, was nicht harmonisch ist. Damit ist Pluto beides: Zerstörer und Erschaffer, weil er Raum für das Neue, das Wahre, das Harmonische und das Zur-Zeitqualität-Gehörende schafft.

Pluto wurde erst 1930 entdeckt, wir Menschen haben also, was die astrologische Deutung anbetrifft, noch nicht so viele Erfahrungen mit ihm in den einzelnen Sternzeichen, denn er braucht 248 Jahre, um sie alle zu durchlaufen. Rechnet man 248 Jahre zurück, so kommt man mit den Jahren 1772 - 1792 in den Zeitraum der amerikanischen Unabhängigkeit und der französischen Revolution, eine Epoche, in der sich mit Pluto im Steinbock tatsächlich große Wandlungen und Umbrüche in der Welt vollzogen.

Spekulative Voraussagen zu Pluto im Steinbock gab es auch aktuell zuhauf, von finsteren Vernichtungsängsten über düsteren Weltuntergangsszenarien bis zu Massenerleuchtung war alles dabei. Mittlerweile können wir feststellen: parallel zu Plutos Eintritt in den Steinbock im März 2020 begann für uns die aktuelle weltweite Krise.  

Es scheint sich also zu bestätigen, dass Pluto im Steinbock Extreme schafft.


Der Steinbock und Pluto

Der Steinbock ist bekannt für seine Ernsthaftigkeit, seine Ausdauer, seine Strukturiertheit und auch seine Strenge, mit der er nur zulassen möchte, was saturnisch geprüft wird (es grüßt sein Herrscherplanet Saturn). Auf diese steinböckische Weise lassen sich grundsätzlich Dinge von großer Tragweite realisieren. Dabei hat der Steinbock die Tendenz, sowohl Sicherheiten aufzubauen, als auch, falls nötig, dafür harte Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

Und durch diese Energie bewegt sich nun Pluto vorwärts, wie eine Walze und zerbröckelt alle alten überfälligen Strukturen, um alles in seiner ganzen Tiefe auszuloten. Nichts entgeht ihm, denn er bewegt sich quälend langsam 20 Jahre lang durch das Zeichen Steinbock und nicht nur das: er durchläuft alle Punkte direkt und wieder rückläufig und wieder direkt, im Schnitt also mindestens dreimal.


Drei Phasen von Plutos Transit

In der ersten direktläufigen Phase wird alles an Ordnungen, Strukturen, Organisationen, Beziehungen und Gewohnheiten, alles, was instabil ist, was nicht harmonisch zur Zeitqualität gehört, von Grund auf erschüttert. Wie wir gerade feststellen, kann das im Steinbock einhergehen mit Zwang, mit einem Übermaß an geforderter Disziplin und Leistungen sowie mit Kargheit, mit freudlosen Bedingungen. Auch das gesetzgebende System befindet sich unter Druck und steht in Gefahr, durch diese umwälzenden Wandlungen mitgerissen zu werden. Sicher reagiert es auch deshalb - auf sehr steinböckische Art - mit einer Flut von Restriktionen.

Ein Stück weit von Plutos erstem direkten Durchlauf konnten wir seit März 2020 erleben und damit eine Vorstellung von seiner Kraft bekommen: mit quälender Langsamkeit (etwa 1,5° im Jahr, mit Ausschlägen um die 2°), extrem gründlich und unter großen Widerständen ist er dabei, die grundlegende Struktur der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens zu verändern.

Dieses Erschüttern von Strukturen und Mauern, die wir uns als Gesellschaft aufgebaut haben, kann als schrecklich und beängstigend empfunden werden. Zum einen, weil man vielleicht gar nicht wahrgenommen hat, wie beengend die alte Ordnung war, zum anderen, weil hinter dem Einsturz der Mauern alte eingemauerte Ängste zum Vorschein kommen. Und von diesen Ängsten befallen, fühlen sich betroffene Personen leicht als machtlose Opfer eines Schicksalsschlags.

Viele spirituelle Menschen haben einen Einsturz der alten Ordnung als Hoffnung ersehnt. Zwar haben die wenigsten ein derart umwälzendes Geschehen erwartet, und auch bei ihnen können alte Ängste zum Vorschein kommen, aber mit der Hoffnung im Herzen tun sie sich schon leichter mit dem Verarbeiten und leichter damit, sich den ganzen Vorgängen zu öffnen.

Beim zweiten rückläufigen Transit nach den Erschütterungen und Zusammenbrüchen gehen wir in der Rückläufigkeit ins Verarbeiten und fragen uns, was geschehen ist und wie wir es für uns deuten können. Durch die unerwarteten Vorgänge sind wir verunsichert - auf heilsame Weise vielleicht, so dass unsere bisherige Zuordnung von 'Richtig' und 'Falsch' durcheinander gekommen ist. 'Gut' und 'Böse' sind nicht mehr sauber getrennt, sondern purzeln wild durcheinander. Eine typische Begleiterscheinung bei plutonischen Vorgängen, die häufig Grenzerfahrungen in uns Menschen auslösen. Durch das entstehende Aufweichen der Polaritäten, die plötzlich nicht mehr scharf trennbaren Werte von 'Gut' und 'Böse' beispielsweise, können wir die Dinge jedoch in der Tiefe in ihrer Essenz auch erst richtig fühlen.

Und vielleicht beginnt in dieser Phase schon eine Ahnung von Folgen, Konsequenzen und Möglichkeiten aufzutauchen. Aber Plutos Werk ist noch nicht zu Ende.

Beim letzten direktläufigen Transit kann das, was Pluto so auf Herz und Nieren geprüft hat, und was für gut und der Zeitqualität entsprechend empfunden wurde, nun anfangen zu florieren und aus den Trümmern aufzuerstehen. Die Schwierigkeit für den Einzelnen dabei ist, dass auch das Aufblühen nicht einem Willensakt folgt, sondern Zeit, unter Umständen viel Zeit, braucht.

Gefragt ist also wiederum die Steinbock-Qualität der Geduld.


Wo liegen Lösungen?

Es scheint also, als könnten wir nicht viel tun in diesen Phasen der starken Beanspruchung, außer uns in einer gelassenen Hoffnung zu üben und das mag den einen oder anderen sehr ungeduldig machen. Denn irgendwo muss es doch, wenn schon keine Lösung, so doch eine Erleichterung geben, wenn wir uns so unwohl fühlen?

Und die gibt es auch! Denn die Chancen bei extremen Situationen in einem Sternzeichen hält immer das gegenüberliegende Zeichen parat:

Der Krebs also. Der Krebs mit seinem kleinen Weiher des Gefühls, mit seinen gefühlsstarken familiären und freundschaftlichen Banden (Familienaufstellungen würden uns jetzt recht gut tun, wenn die strengen Maßnahmen es zuließen).

Zahlreiche Menschen haben also in den letzten Monaten die Lösung instinktiv gefunden: diese stillen lähmenden Phasen zu nutzen, um sich in ihrem Inneren mit sich, den Vorgängen und den davon ausgelösten Gefühlen auseinander zu setzen und ein Verständnis zu entwickeln für die laufenden Prozesse.

Dabei lässt sich auch entdecken: jede Sicherheit, die wegbricht, ist auch eine Chance für die Freiheit, in jeder Angst können wir ein Potenzial erkennen.


Wie sich Umbrüche für den Einzelnen zeigen werden, darüber können Sie hier mehr erfahren.

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