Eine authentische Astrologie 
 

Lilith im Stier


Unser Umgang mit Materie

Am 24. Mai 2021 wechselt Lilith in den Stier und bleibt dort zehn Monate bis zum 17.Feb. 2022.

Das Sternzeichen Stier steht für die Materie und unseren Umgang mit materiellen Dingen, wobei uns die Herrscherin des Stiers, die Venus, ein Tor zur Kreativität und zur Freude öffnet, die mit dem Leben in der Physis verbunden sein sollten.

Lilith, der 'schwarze Mond', ist kein Himmelskörper, sondern ein berechneter Punkt der Mondbahn (genau gesagt der zweite Brennpunkt der elliptischen Mondumlaufbahnum die Erde). Er steht für die ursprüngliche Kraft der Seele, die uns oft mit unbewussten Schattenanteilen konfrontiert. Lilith führt uns mit einer magischen Anziehungskraft in Bereiche, in die wir keinesfalls hinein wollen und vor denen wir eine intensive Abneigung spüren oder aber die eine extreme Anziehungskraft auf uns ausüben, wobei wir hinter ihnen verschwommen lauernde Ängste ahnen. Lilith, die glasklare Kraft unserer Seele, zieht uns unweigerlich dort hinein, um uns von etwas zu befreien, das auf uns lastet.

Wenn uns Lilith im Stier mit unbewussten Ängsten konfrontiert, dann geht es also um die Materie, vorwiegend um die Abhängigkeit oder auch Ablehnung von Materie.

Wir sind Materie

Natürlich sind wir alle abhängig von Materie, schließlich ist unser Körper ein ‚Stück‘ Materie und abhängig von vielen materiellen Dingen, von Wasser, von Nahrung, von verträglichen Temperaturen etc.

Jedoch gerade die aktuelle Zeit zeigt uns auf, welche überaus große Angst in Verbindung mit dieser unserer Abhängigkeit herrscht, und zwar als Furcht vor Krankheiten und vor der Vergänglichkeit unseres physischen Körpers. Weltweit wird verzweifelt versucht, sich auf alle möglichen Arten vor Krankheit und Tod zu schützen.

Wenn wir glauben, dass wir Menschen nur in der Materie bestehen und der Tod unser physisches und seelisches Ende bedeutet, dann ist diese große Angst sicher verständlich. Und es verwundert nicht, dass dann auch die Krankheit zum Feind erklärt wird, den wir bekämpfen müssen.

Mit dem tief empfundenen Gefühl, dass der Tod nur ein Tor in eine andere Art der Existenz ist, müssen wir weder so stark in Furcht, noch in Kampf verfallen, sondern wir können uns vielleicht sogar fragen, ob es denn einen Grund gibt für unsere Krankheit, ob sie irgendeine Botschaft für uns als Seele hat. Immer mehr Menschen nähern sich dieser Haltung an und gestalten sich dadurch ihr Leben unbestreitbar leichter. Darüber hinaus fühlen sie sich auch weniger als Opfer eines willkürlichen Zufalls oder „höherer Mächte“, denn sie erkennen sich selbst als mit verantwortlich für das, was mit ihnen geschieht.

Diese wichtige Frage, wie wir zu unserer Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit stehen, könnte also Lilith dem einen oder anderen in den nächsten Monaten stellen.


Ablehnung der Materie

Wir Menschen im Westen tragen zumeist an einem recht schweren Erbe, denn die religiösen Vorstellungen von langen Jahrhunderten machten uns glauben, dass nur das ‚Geistige‘ rein und gut sei und alles Körperliche unweigerlich ‚Sünde‘ sei oder zu ‚Sünde‘ führt. Mit dieser beschwerenden Bürde ist es nicht unbedingt einfach, Freude und Dankbarkeit all der Materie entgegen zu bringen, die uns in dieser Welt umgibt. Dennoch ist gerade die Freude und der Genuss etwas sehr Wichtiges für unsere innere Zufriedenheit, vielleicht sind sie im Grunde unser wahrer Reichtum. 

Jedoch wie wollen wir zu einem tief empfundenen freudvollen Genuss kommen, wenn wir unsere Körperlichkeit an sich missbilligen? Denn wie viele Menschen gibt es, die ihren eigenen Körper ablehnen, ihn zu dick, zu dünn, zu lang, zu ungelenk, zu unsportlich und nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechend finden. Schwierig mit solch einer inneren Haltung, Materie freudvoll zu genießen! Auf unseren Genuss scheint sich nämlich dann immer ein Schatten der Ablehnung oder eben ein Verdacht der ‚Sünde‘ legen zu wollen.

Hier dürfen wir alle sicher noch einiges lernen und möglicherweise zeigt uns Lilith, dass es gilt, in eine heilsame Eigenliebe zu kommen – und in eine Dankbarkeit für alles, was uns gerade JETZT zur Verfügung steht.


Mangel und Verlust

Nun hat ein Teil unserer Gesellschaft jedoch zurzeit vor allem ganz spezielle materielle Probleme. Denn bedingt durch die monatelangen Beschränkungen, müssen sich zahlreiche Menschen mit ihrem finanziellen Überleben beschäftigen. Nicht wenige werden in nächster Zeit vor dem Nichts stehen und sich fragen, wie sie überhaupt weiter machen können - in dieser Materie. Und da stellt uns Lilith vor die große Frage: haben wir genügend Vertrauen in unser materielles Dasein?

Es existiert ein universelles spirituelles Gesetz, nach dem für uns immer Fülle besteht, nur wir selbst schließen uns mit unseren Unglauben von dieser Fülle aus und wählen den Mangel. Aber wer glaubt, wenn es hart auf hart kommt, schon wirklich an ein solches Prinzip? Und noch mehr, wer lebt dieses Urvertrauen tatsächlich?

Und wie soll das überhaupt gehen, fragen sich wohl die meisten. Denn unsere Vorstellungen sind noch sehr im rationalen, materialistischen Denken verhaftet. Es herrscht die Einstellung, materielle Dinge seien nur mit Ansätzen zu erschaffen oder zu verändern, die etwas in der Materie sichtbar bewegen. So als gäbe es zwei abgetrennte Welten, eine subtile Welt der Seele, in der sich nur Subtiles auswirkt und eine physische, in der wir immer etwas physisch bewegen müssen - quasi „Materie mühsam von einem Ort zum anderen schieben müssten“ - um Veränderungen zu bewirken. Doch diese zwei Welten sind weit mehr voneinander durchdrungen als wir gemeinhin glauben. Sie sind eines.

Wir haben alle davon gehört, dass wir mit unseren Gedanken die Welt um uns erschaffen – und viele haben sich enttäuscht wieder von einer solchen Vorstellung abgewandt, da nicht eingetroffen ist, was sie sich so vorgestellt haben. Derart einfach, wie es dargestellt wurde, funktioniert dieser Mechanismus auch sicher nicht. Denn zum einen kreieren wir unsere Welt nicht nur mit unseren Gedanken, sondern mit unseren Gefühlen, Emotionen und Gedanken, im Grunde mit unserem ganzen Sein also. Und vor allem ist es bei der Kreation wichtig, Entscheidungen aus dem Herzen heraus zu treffen, was auch bedeutet, sich nicht auf das Materielle (bzw. Finanzielle) zu fokussieren. Was nicht einfach ist, wenn wir gerade akut in finanziellen Nöten stecken…

Wenn diese zwei Welten - die immaterielle und materielle - jedoch im Grunde völlig voneinander durchdrungen sind, was erschaffen wir demzufolge in einer Krisensituation, wenn in uns nur große innere Furcht herrscht? Wie viel Kreationskraft haben wir dann, um uns aus dieser Situation zu befreien? Und ist dann unser Herz überhaupt stark genug, um uns den Weg zu zeigen?


Festhalten und Loslassen

So beladen mit unseren Befürchtungen könnten wir also zunächst auch dazu tendieren, an unhaltbaren Bedingungen, wie beispielsweise einer bestimmten Einnahmequelle, festhalten zu wollen.

Doch in der aktuellen Zeit wird die Bereitschaft immer wichtiger, sich neu zu orientieren und das Alte los zu lassen. Das erfordert viel Mut und Vertrauen. Nehmen wir das Beispiel eines Selbstständigen, eines Künstlers, der jetzt gerade keine Einnahmequelle hat. Sicher hat er mit seinem Beruf etwas gefunden, was ihm viel Freude schafft und wo er seine Kreativität einsetzen kann. Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten für ihn: unter anderem, abzuwarten, dass die Gegebenheiten sich ändern, möglichst wieder werden wie vorher, oder darauf zu beharren, dass es sein Recht sei, seinen Beruf auszuüben und sich in einen inneren oder äußeren Widerstand hinein zu begeben…

Dabei kann er sich abhängig machen von staatlichen Leistungen - und dadurch angewiesen sein an die damit verbundenen Regulierungen - oder aber er kann in sich hinein horchen und nach dem Weg fragen, der ihn jetzt wirklich nährt, im Herzen nährt. Es kann sein, dass dieser ‚Herzensweg‘ sehr viel Kraft und Zuversicht erfordert, aber wenn jener Mensch sicher ist, dass es sich um seinen Herzenswunsch handelt, dann wird ihn Lilith dazu auffordern, diesen Weg nun zu einzuschlagen. Wir hatten einige Monate des Rückzugs, um uns über viele Dinge klar zu werden, die wir wirklich brauchen und um Dinge zu erkennen, die wir schlichtweg entbehren können. Diese Zeit der inneren Einkehr könnte uns nun bei einer solchen Entscheidung zugutekommen.

Und so trägt Lilith im Stier auch das Thema Festhalten und Loslassen an uns heran. Denn meistens können wir unsere Herzenswünsche nicht realisieren, wenn wir gleichzeitig am Alten festhalten.

Manchmal sorgt Lilith hierbei für Momente, in denen eine Seele in eine solch extreme Situation, wie vor einem Abgrund, gerät, sodass kein Verstand mehr hilft. Niemand von uns steht gerne am Abgrund und schaut in die beängstigende Tiefe. Jedoch kann in dem Schrecken einer solchen unmittelbaren Konfrontation sehr viel Heilsames stecken. Im Buddhismus werden derartige Momente ‚Bardos‘ genannt, Augenblicke eines großen Schocks, die aber in sich ungewöhnliche Wege der Erkenntnis bergen. Buddhistische Mönche bereiten sich intensiv darauf vor, die Chancen solcher extremen Situationen zu ergreifen, denn sie bieten die Möglichkeit, das was wirklich wichtig ist, glasklar zu erkennen und das Unwichtige einfach und ohne Bedauern los zu lassen.

Niemand steht gerne am Abgrund, aber wenn wir uns dann unseren Ängsten stellen, uns ihnen ausliefern, kann das Heilsame entstehen und eine Kraft in uns wieder geboren werden, die ursprüngliche Kraft unserer Seele. Aus dieser inneren Stärke werden wir erneut schöpfen können und sie vor allem umsetzen können für uns und FÜR ETWAS.

Gerade, dass so viele Selbstständige und Künstler von dieser materiellen ‚Krise‘ betroffen sind, sollte uns aufzeigen, welche Chancen die Situation auch gesellschaftlich birgt. Denn Selbstständige schätzen es, für sich selbst verantwortlich zu handeln und haben sich dadurch ein gutes Maß an Flexibilität und Standing erworben. Und kreative Menschen können, wenn sie sich FÜR ETWAS entscheiden, auch ihr großes Potential an Kreativität mit einbringen, um etwas völlig Neues, Unerhörtes zu erschaffen.


Konjunktion mit dem nördlichen Mondknoten

Lilith wird also mit einer großen Bandbreite an Einzelfragen an uns heran treten können in den nächsten 10 Monaten. Besonders in der ersten Septemberhälfte werden wir wohl stark auf ihre Themen hingewiesen werden, denn zu dieser Zeit trifft Lilith im Stier auf den nördlichen Mondknoten und zeigt uns dort unmissverständlich auf, wo unsere verborgenen Ängste liegen - auch aus der Tiefe früherer Leben. Alles, was an karmischen Blockaden zum Thema Materie generell, zu Besitz und Körper, zur Angst um unser Leben etc. in uns noch existiert, möchte dann ans Tageslicht treten.

Ein solches plötzliches und geballtes Auftauchen von Ängsten mag uns unter Umständen selbst in eine Panik führen, denn wo ist so schnell ein Rettungsanker zu finden, wenn wir inmitten von Emotionen stecken?

Wir können uns allerdings auch innerlich etwas darauf vorbereiten: mit der Vorstellung des „Heilsamen hinter dem Abgrund“, aber auch, indem wir uns das ergänzende, das komplementäre Zeichen des Stiers, den Skorpion, anschauen.

Denn wenn wir einmal in der Tiefe unseres Gefühls erfahren haben, dass alle Materie durchdrungen ist vom Immateriellen, dass es keinen Mangel, sondern nur Fülle gibt, und wir uns danach in tiefster Dankbarkeit auf unser materielles Sein einlassen können, dann zerfließen unsere Panik und großen Ängste und werden ganz einfach hinweg geschwemmt.


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