Eine authentische Astrologie 
 

Jupiter im Wassermann ab April 2021


Der Wassermann

Dem Wassermann wird große Wandlungskraft zugeschrieben, die sich sehr plötzlich und unerwartet zeigt. Revolutionär zuweilen.

In der Energie des Wassermanns werden Erfahrungen zu einem bestimmten Bereich gesammelt und lange überdacht, vor allem Themen der Evolution, der Entwicklung der Menschheit, die ein besonderes Anliegen für ihn sind. Die spezielle Qualität des Wassermanns ist es, in diesem Prozess der Sammlung auf eine schier unerschöpfliche Weise Erfahrungen in sich aufzusaugen. Es werden Erfahrungen über Erfahrungen gemacht und wenn jeder andere meint, nun ist es aber genug, dann wird das Spiel noch lange fortgesetzt, alles Erlebte gewälzt, durchdacht und oft auch über Kanäle zur subtilen Welt befruchtet. Erst wenn irgendwann einmal ein inneres Gefühl sich meldet mit der Botschaft: „Nun reicht es, nun ist alles da, was gebraucht wird!“, erst in diesem Moment, bricht etwas Unerahntes hervor und etwas völlig Neues voller origineller Ideen und heller Hoffnung entsteht.

Die Umgebung eines Wassermann-Menschen ist meist nicht auf eine solche Wandlung vorbereitet, denn sie hat nicht teilgenommen an seinen inneren Prozessen, darüber tauscht er sich eigentlich auch nicht so gerne aus. Seine Prozesse geschehen eher in einer geistigen Isolation, manchmal sind sie ihm sogar selbst nicht ganz bewusst. Und so kommt es, dass der Wassermann-Mensch berühmt-berüchtigt für seine plötzlichen, unerwarteten Anwandlungen ist, die im Grunde für ihn nur folgerichtig sind und sich nicht anders entwickeln konnten als mit dieser uranischen Schöpferkraft (denn der Planet Uranus ist der Herrscher des Wassermanns).

Die Lieblingsthemen des Wassermanns sind, wie gesagt, die Evolution, die Zukunft der Menschheit und er durchsucht Kultur und Spiritualität, Philosophie und Bildung nach neuem Sinn und neuem Inhalt. Er ist ein Pionier, der sich gerne am Rande der Gesellschaft aufhält, manchmal gleichgültig gegenüber den Angelegenheiten des Alltags scheint, so sehr ist er vertieft in sein inneres Erfahren. Die Isolation, die er gerne für sich wählt, lässt ihn von außen vielleicht nicht nur exzentrisch, sondern auch egozentrisch erscheinen, aber in seinem Wesen ist er überzeugt davon, dass Toleranz, Respekt, Gemeinschaftsgeist und Kooperationsfähigkeit die notwendigen Voraussetzungen für jeden Umgang miteinander und jede Gesellschaftsordnung sind.

Das macht ihn zu einem Visionär und universellen Vorreiter.


Jupiter und die Visionen

In diese Energie hat sich also Jupiter am 5. April 2021 hinein begeben und sie entspricht seinem Wesen mehr als die Starre, Struktur und Stagnation, die er bislang im Steinbock erfahren hat. Wäre er ein Mensch, so würde er wohl aufatmen.

Mit dem Gesellschaftsplaneten Jupiter, der ein Jahr lang den Steinbock durchlaufen hat und das Geschehen im Steinbock-Block "hautnah miterlebt" hat, können wir also ab April von der Warte des Wassermanns auf die globale Situation schauen und versuchen, sie für uns zu verstehen und zu verarbeiten. Und die geschilderte wassermännische Art würde sich für unser Verarbeiten sehr anbieten.

Diese zwölf Monate lang, die dann Jupiter im Wassermann verbringen wird (ab Mitte September 202 schaut er allerdings noch einmal für neun Wochen in den Steinbock hinein), können wir also die plutonischen Umwälzungen und die saturnische Festgefahrenheit im Steinbock betrachten, um mit den Wassermann-Eigenschaften und in der aufgeschlossenen wassermännischen Orientierung unsere Vorstellungen von Gesellschaft zu überdenken und uns ausrichten auf eine Zukunft. Hierbei tritt wiederum zu Tage, dass Jupiter und Saturn zwei Gesichter der Gesellschaft repräsentieren, wie zwei Seiten einer Medaille. Während Saturn dem Standpunkt der Ordnung, der Regeln, der Gesetze und Strukturen entspricht, die in allen Gesellschaften zweifellos nötig sind, so vertritt Jupiter dabei das Element, das den Fluss, die freie großzügige Entwicklung darstellt. Jupiter kann also in die Gesellschaft auf leichte fließende, aber unwiderstehliche Weise Veränderungen einbringen. Auf dieser Ebene scheint Jupiter demnach eine Energie zu sein, die sich recht gut mit dem Wassermann verbinden kann.


Und es gibt einiges zu überdenken – wassermännisch, wenn wir wollen.

Im Prinzip, alles was uns selbst besonders beschäftigt hat und weiterhin beschäftigen wird in dieser Zeit, in der uns weitreichende Verordnungen auferlegt wurden und werden. Denn im Mangel, in der Reduziertheit können wir sehr gut erkennen, was wir tatsächlich brauchen oder was wir auch durchaus entbehren können.

Was ist wirklich nötig für unsere innere Zufriedenheit? Ständig und ohne Grenzen aus dem Konsum-Topf zu schöpfen, um die vielen Stunden an kräftezehrender Arbeit zu kompensieren? Einen Alltag zu führen, der uns auslaugt, um dann ein, zwei Mal im Jahr in Urlaub zu fliegen, damit wir all das überhaupt aushalten zu können? Wäre es nicht vernünftiger, unserem Leben eine Einfachheit zurück zu geben und es so zu gestalten, dass es uns nicht verbraucht, sondern nährt? Es würde uns wohl insgesamt zufriedener machen!

Auch unsere sozialen Kontakte wurden stark beschränkt. In Familien bewirkt es, dass sie durch Home-Scooling und fehlendem Freizeit-Angebote für die Kinder noch mehr auf einander angewiesen sind und noch enger zusammenrücken müssen. Für viele andere Menschen bedeutet diese Zeit der Einschränkungen allerdings manchmal eine nie erlebte Vereinsamung, in der sie den Kontakt mit ihren Mitmenschen vielleicht auch erst richtig schätzen lernen.

Wir können uns – wassermännisch – die Frage stellen: was brauchen wir wirklich an Kontakt? Haben wir in der letzten Zeit vielleicht auch erfahren, dass einiges an unseren Beziehungen ohne Tiefgang war und uns gar nicht fehlt? Dass uns ein Überfluss und eine Wahllosigkeit an Kontakten in einer oberflächlichen Belanglosigkeit hielten?

Was ist uns wirklich wichtig, was entspricht tatsächlich unserem Wesen und welche Gewohnheiten behagen uns im Grunde gar nicht mehr?


Ein Inselmeer

Jeder von uns Menschen scheint in dieser Zeit der eingeschränkten Kontakte abgedriftet und auf kleinen abgelegenen Insel gelandet zu sein. Von dieser Insel aus können wir vielleicht wieder eine gemeinschaftliche Ausrichtung finden, die - wassermännisch - einem höheren kollektiven Ziel dient. Wenn man sich vorstellt, dass diese Krise, die wir anscheinend einem Virus verdanken, nicht nur isoliert in einem kleinen Teil der Erde stattfindet, sondern wir Menschen auf unserer ganzen Welt gerade auf ähnliche Weise betroffen sind, jeder auf seiner Insel, Milliarden von Inselchen...

Jupiter im Wassermann kann uns eine Vision geben, zu den anderen Inselchen zu schauen und uns vorzustellen, wie es ist, wenn wir in Freiheit und Freiwilligkeit eine Gesellschaft neu erschaffen, in der wir nicht nur technisch vernetzt sein werden, sondern in einer immer engeren geistigen Verbundenheit.

Viele haben mit diesen wassermännischen Erfahrungen schon bewusst begonnen. Sie haben erkannt, dass die aktuellen Einschränkungen, wie immer man dazu stehen mag, uns auch Chancen liefern: die Chancen der Weiterentwicklung. Die Schwelle, die für den Einzelnen zu überwinden sein wird bei diesen wassermännischen Visionen, die uns Jupiter ab April eingeben kann, ist über die Polaritäten hinaus zu wachsen. Sich aus den Polaritäten heraus zu bewegen, heißt, sich nicht in die eine oder andere Seite verstricken zu lassen, sondern zu versuchen, eine neutrale übergeordnete Sicht der Dinge zu erkennen und einzunehmen.

Vielleicht wird in den zwölf Monaten des Jupiters im Wassermann für den einen oder anderen von uns ein wassermännischer Durchbruch geschehen und etwas Neues entstehen, ein Heureka, eine Möglichkeit, für sich weiter zu kommen oder auch einfach besser mit den gegebenen Situationen umzugehen. Jupiter im Wassermann ab April wird uns eine Zeit bieten des Überdenkens der Dinge, vor allem in der Phase von 20.06.2021 – 18.10.2021, wenn er wieder rückläufig wird (auch wenn er dabei noch einmal neun Wochen in den strengen Steinbock schaut).


Ein Gefühl der leichten Entspannung

Wenn Jupiter, als die Seite der Gesellschaft, die im Fluss ist, die sich in Leichtigkeit wandelt, nun in den Wassermann wechselt, wird also ein Gefühl der Lockerung, der leichten Entspannung, einer Rückkehr der gesellschaftlichen Beweglichkeit entstehen, wesentliche Veränderungen zur bisherigen Gesamtsituation und ein Durchbruch für die Allgemeinheit wird diese Zeit aber wohl kaum bringen. Noch ist der Ausschlag, das große Gewicht des Geschehens auf der Seite des Steinbocks, auf der Seite der Ordnung und Struktur, denn diese soll ja einen grundlegenden Umbruch (Pluto lässt grüßen) erfahren.

Für uns als Einzelne allerdings können sich Veränderungen zeigen, wir können uns aus der eigenen Starre lösen, uns wieder beweglich fühlen. Und vor allem können wir versuchen, die Chance der wassermännischen Schöpferkraft zu nutzen, um Erfahrungen zu sammeln, Gedanken zu wälzen, um dann zu einem gegebenen Zeitpunkt plötzlich Neues voller origineller Ideen und heller Hoffnung für uns selbst zu kreieren.

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