Eine authentische Astrologie 
 

Die Chancen in den 'Nebenrollen'


In jedem System gibt es Elemente, die im Brennpunkt stehen, auf die die Aufmerksamkeit gerichtet ist, und solche, die anscheinend nur Nebenrollen einnehmen. Für die Gesamtheit des Systems sind sie allerdings ähnlich wichtig und auf jeden Fall tragen sie zur Stabilisierung des Ganzen bei. Auch unser Sonnensystem ist ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Räderwerk, wenn eines dieser Räder ausfällt, was wird dann aus dem ganzen System? Schlägt das Gewicht stark nach einer Seite aus, so müssen die anderen Komponenten das kompensieren und darüber hinaus geben uns, astrologisch gesehen, gerade diese Elemente, die 'Nebenrollen', zumeist wertvolle Hinweise.

Für die augenblickliche Betrachtung des Weltgeschehens liegt das große Gewicht, der offensichtliche Fokus, eindeutig auf dem Block im Steinbock und dem Herausforderer Uranus, die zusammen eine explosive Situation entstehen lassen (siehe Hauptartikel 'Das Jahr 2021'). Daneben existieren jedoch ebenso einige stabilisierende Elemente, die uns zeigen, wohin wir unsere Aufmerksamkeit wenden können, um selbst Halt zu finden und womöglich uns neu auszurichten.

Venus und Merkur sind im Gefolge der Sonne unterwegs und durchschreiten ihren Weg im Jahreslauf einmal durch den Tierkreis. Mars hat wie immer die Aufgabe, mit seinem schnellen Schritt viele Punkte zu durchlaufen und mit seiner Tatkraft zu aktivieren. So hat er zunächst im Januar mit einer Konjunktion Uranus aktiviert und geht im Weiteren über beide Mondknoten. Mars hat dieses Jahr keine Rückläufigkeiten, sondern kann stramm seinen Weg fortsetzen.


Neptun im Wassermann

Neptun ist nach Pluto das langsamste Gestirn, das in der Astrologie berücksichtigt wird. Fast 14 Jahre braucht er, um sich durch ein Sternzeichen zu bewegen. Seit Dezember 2009 befindet er sich nun im Zeichen des Wassermanns und wird sich noch bis Ende Februar 2023 dort aufhalten.

Neptun steht für die Verbundenheit mit ALLEM-WAS-IST und seine Konstellationen zeigen auf der Ebene der menschlichen Gesellschaft, welches Zeitgefühl gerade herrscht, welche kollektiven Träume wir gerade träumen. Die Ära des Neptuns im Wassermann hat in uns viele wassermännische Visionen von einer eng verbundenen, empathischen Gemeinschaft und einer Weiterentwicklung der Menschheit entstehen lassen, überall sind diese Sehnsüchte aufgeblüht und haben sich im weltweiten Netz verbreitet. Und auch in der Zeit der aktuellen Stagnation und Einschränkungen setzt sich dieser Traum unvermindert fort.


Eine neptunisch-wassermännische Utopie?

Für einige Astrologen bedeutet Neptun vor allem die Gefahr der Illusion, der Sucht und des Sich-Verlierens in unendlichen Weiten, denn sich im Chaos des Unendlichen zurechtzufinden, ist nicht einfach. Aber wenn wir uns dort im großen Ozean von ALLEM-WAS-IST Utopien, Illusionen und Schimären ausgesetzt sehen, so sind es im Grunde unsere eigenen unbewussten Schatten, die wir noch mit uns tragen, die uns dort gespiegelt werden. Im Reich des Neptuns braucht es großen inneren Halt und auch die Bereitschaft, seine Schatten und die daraus entstehenden Ängste anzuschauen und nicht auszuweichen – denn Neptuns große Weite verleitet leicht dazu, sich diesen dunklen Anteilen zu entziehen.  

Wenn sich Neptun im Wassermann aufhält, so verleiht er den wassermännischen Überlegungen und Visionen eine mystische Komponente. Mit ihm wird die eher mentale Orientierung des Wassermanns subtiler und durchlässiger, so dass auch die feinen Strömungen erfahren werden können. Vor allem in der Zeit seiner Rückläufigkeit vom 25.06.2021 – 01.12.2021 könnten wir dies tief in uns aufnehmen.  

Neptun und Wassermann scheint demnach eine gute Kombination für den großen Traum einer Gemeinschaft, einer freien Vereinigung von Menschen gleichen Geistes. Und wenn wir einen festen inneren Halt haben und mit unseren Ängsten umgehen können, so können wir mit diesen Visionen der Realität allmählich ein völlig anderes Gesicht geben. Manchmal geschieht das allerdings mit einiger Verzögerung, manchmal können solche Vorstellungen erst einige Zeit später von einer breiteren Basis akzeptiert werden. Vielleicht erst in der nächsten Neptun-Ära, wenn dieser Planet ab Februar 2023 in sein eigenes Reich, in die Fische eintaucht.



Mondknotenachse

Die Mondknotenachse gibt Hinweise auf frühere Inkarnationen und sie beschreibt die augenblickliche Ausrichtung der Seele auf ihrem Weg. Denn die Seele bringt einen Korb mit voller Erfahrungen, die sie zu einem ganz bestimmten Bereich gemacht hat. Darin enthalten sind wunderbar erlöste Fähigkeiten, aber auch eine Menge von falschen Glaubenssätzen, Ängsten und Blockaden. Dieser Korb entspricht dem absteigenden oder südlichen Mondknoten und mit diesem Korb macht sich der Mensch nun auf den Weg und fällt immer wieder über die Fallstricke der mitgebrachten Blockaden und Ängste. Es gilt, diese Themen, die wir kennen, aufzuarbeiten, jedoch wie? Denn die Gefahr besteht, dort stecken zu bleiben, wenn wir nur in diesem Bereich des Mitgebrachten bleiben. Meist sind dies schwierige Lebensphasen, beinahe aussichtslos, bis wir erkennen, dass die Lösung und unsere eigene Erlösung im gegenüber liegenden Zeichen zu finden sind.

Dieses gegenüber liegende Zeichen, also der aufsteigende oder nördliche Mondknoten, ist "das Tor, durch das der Mensch muss". Denn mit den Qualitäten dieses Zeichens gelingt es ihm, sich seinen Ängsten, Blockaden und überfälligen Glaubenssätzen zu stellen. Im Milieu des gegenüberliegenden Zeichens angekommen, kann er schließlich auch die schon wunderbar erlösten Fähigkeiten aus seinem Korb zum Einsatz bringen und endlich ein Gefühl der Erfüllung für sich entstehen lassen.

Vom Skorpion zum Stier

Nun sollen wir uns gerade bis April 2022 als ganze Menschheit vom Skorpion durch das Tor des Stieres bewegen. Wenn wir in den letzten Leben skorpionisch beschäftigt waren, dann waren das oft sehr erschütternde und aufwühlende Erlebnisse. Denn der Skorpion möchte die Dinge in der Tiefe des Gefühls erfahren und gibt sich nicht zufrieden, bevor er nicht alles, auch das Schlimmste, bis zum Grund ausgelotet hat. So schreckt er vor keinem Extrem zurück. In besagten Leben kann es auf vielfältige Weise zu Übermaß gekommen sein, durch radikalen Machtmissbrauch, durch extremes Tätertum, aber auch extremes Opfertum. 

Und wir haben alle in vergangenen Leben solche Dinge erfahren, die tiefe Narben von früherem Leid in uns hinterlassen haben. Dies alles, was in uns, vielleicht manchmal verbunden mit düsterer Qual, hochsteigt, möchte nun angeschaut und mit der Energie des Stiers in einen Ausgleich geführt werden. Gerade in der jetzigen Zeit werden wir mit den entsprechenden Situationen getriggert, beispielsweise durch eine Furcht um unser Leben oder aber auch durch eine Angst, wiederum einem Machtmissbrauch zum Opfer zu fallen.

Wenn man vom Skorpion kommt, so liegt im Stier Stabilität. Der Stier lehrt uns, dass Fülle immer gegeben ist und er lehrt uns Frieden. Und hier machen uns selbst skorpionische Tiefen weniger Angst, denn im Stier werden wir auch in der Tiefe des Gefühls erdhaft aufgefangen.


Chiron in den Fischen

Chiron ist ein Asteroid, dessen Verlauf abwechselnd die Bahnen des Saturns und des Uranus schneidet, und der erst 1977 entdeckt wurde. Sein Thema ist der "verwundetete Heiler". Chiron, in der griechischen Mythologie ein unsterblicher Zentaur, kann mit seinen tödlichen Wunden weder leben noch sterben. So begibt er sich auf die Suche nach Heilung und sammelt dadurch ein immenses Wissen an. Diese Qualitäten stellt er uns also zur Verfügung, damit wir die Heilung für uns selbst annehmen können und, u.U. in einem zweiten Schritt, uns auch generell dem Thema Heilung und Unterstützung anderer zu widmen.

Wenn Chiron uns triggert, so ist das zunächst einmal nicht so angenehm, denn dann spüren wir meist erneut unsere Verwundung. Vielleicht brechen schwierige Lebensphasen an, aber mit Chirons Hilfe kann Verständnis für das eigene Leiden und eine innere Klarheit entstehen, die den Heilungsprozess beschleunigt. Eine solche Heilung geschieht Schritt für Schritt und indem wir nicht aufhören, immer wieder hin zu schauen zu den wunden Punkten. Chiron steht an unserer Seite und verleiht uns den Mut dazu.

Befindet sich Chiron in den Fischen (und das dauert noch einige Jahre), so liegen die Heilungs-Möglichkeiten in dem Sich-Öffnen in die spirituelle Ebene. Heilung wird uns aus dem subtilen Bereich geschenkt, wenn wir unser Herz für die Verbundenheit mit allem weit aufmachen. Und es bedeutet auch, dass sich dieses feinstoffliche Reich von neuem und in einem größeren Ausmaß für uns erschließt. Wir dürfen wieder unsere Intuition, unsere Eingaben, unsere Feinfühligkeit und unser Mitgefühl mit anderen Wesen stark werden lassen.

Chiron liefert uns das Wissen um etwas Größeres als uns selbst.

Mit ihm können wir uns erinnern an das, was wir wirklich sind: Wesen, die aus der Einheit kommen.


Wie eingangs schon gesagt:

Die Nebenrollen haben meist große Bedeutung. Und in diesem Fall zeigen sie uns mit Chiron, Lilith und den Mondknoten auf, wo Heilung für uns liegt und zudem worauf wir unsere Vorstellung von einer Zukunft ausrichten können: auf Neptun, den Herrscher des großen Ozeans der Verbundenheit, der uns noch einige Zeit zu Visionen verhelfen kann und der erstarken wird, wenn er 2023 in die Fische, in sein eigenes Reich, gelangt.


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